Nachrichten aus der Gemeinde

Gedanken zum Tag – für den 23. März 2020

Von Dr. Daniela Opel-Koch

Eingangswort:

Steh uns bei – Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

Psalm 34*

Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, dass es die Elenden hören und sich freuen. Preiset mit mir den HERRN und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen! Da ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden. Als einer im Elend rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten. Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus. Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet! Amen.

Gedanken Glaubens-Eintopf

Liebe Leserin, lieber Leser!

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht: Ich sehne mich gerade nach etwas, das mein Herz wärmt. Und gleichzeitig auch meinen Bauch. Denn die Bauchgefühle im Moment sind alles andere als fröhlich oder gelassen oder entspannt. Und was könnte da besser helfen als ein leckerer Eintopf?!

Zuerst brauchen wir ein bisschen Würze und Schärfe, die Zwiebeln im Glaubenseintopf sind Hoffnung! Hoffnung ist die Grundlage, auf der wir alle im Moment existieren. Wir hoffen alle zusammen, dass sich die Lage entspannt, dass so etwas wie ein Wunder passiert, welches uns wieder besser schlafen lässt. Wir fügen jeweils 500 Gramm Mut und Liebe hinzu und lassen dies mit der Hoffnung einen Moment anbraten, damit sich die Aromen gut entfalten können. Mut ist eine energetische, treibende Kraft, Liebe verbindet alles miteinander und verleiht dem Ganzen eine liebliche Note, überdeckt auch manche Bitterkeit. Wir gießen die Zutaten mit 1,5 Litern Besonnenheit auf und lassen unseren Eintopf ein Weilchen köcheln. Besonnenheit ist ein wunderbares Wort, das durch Corona einen Aufschwung erhalten hat, wurde es zuvor doch eher selten benutzt: Besonnenheit meint, in schwierigen Situationen, den Verstand die Oberhand behalten zu lassen. So sehr die Gefühle in uns gerade hin- und herwabern, so wichtig ist es doch, mit kühlem Kopf eine solidarische Gemeinschaft zu bilden, sich an die Regeln zu halten, die die Bundeskanzlerin gestern noch einmal nachgeschärft hat. Nach einer Weile fügen wir der Suppe eine tüchtige Prise Freude hinzu! Allerorts wird dies privat und öffentlich versucht: z.B. indem dem Vorschlag von Margot Käsmann Folge geleistet wird und die Nachbarn abends um 19 Uhr zusammen „Der Mond ist aufgegangen“von den Balkonen schmettern. Eine andere Initiative lädt uns ein, einen Regenbogen an unser Fenster zu malen oder an die Tür zu hängen: Diese können dann auf den noch erlaubten Spaziergängen gezählt werden und zeigen besonders den Kindern, dass da noch ganz viele andere sind, die ebenfalls zu Hause bleiben müssen. Unsere Konfis verfassen derzeit fleißig Briefe an Bewohner von Seniorenheimen, um Freude zu schenken. Es wird viel telefoniert, gefragt, wie es geht. Dass wir die Freude miteinander nicht verlieren, darauf kommt es an denn wir können nicht absehen, wie lange sich dieser Zustand hinziehen wird.

Weil sie sehr schnell verkocht, fügen wir gegen Ende der Garzeit 200 Gramm Barmherzigkeit hinzu. Durch die fehlende Abwechslung, den nicht selbst verschuldeten Stubenarrest, die Ungewissheit, wie sich unsere Welt in den kommenden Monaten durch Corona verändern wird, durch Angst, ungewohnte Nähe... entstehen manchmal Trauer oderAggression oder Wut. Hier gilt es Barmherzigkeit zu üben: mit anderen, aber auch mit uns selbst. Das Virus ist für jeden einzelnen eine Herausforderung, die sich eben auch negativ auf das Gemüt auswirken kann.

Der Eintopf ist fertig: Hoffnung, Mut, Liebe, Besonnenheit, Freude, Barmherzigkeit! Nun noch einmal kräftig rühren und dann genießen!

Sollten Sie Abwandlungen des Rezepts parat haben, können Sie mir dies gern mitteilen:drdanielaopel@gmail.com

Dazu folgendes Tischgebet:

Danket dem Herrn,
denn er ist freundlich
und seine Güte währet ewiglich. Amen. (1. Chronik 16, 34)

Segen

So können Sie sich selbst segnen, indem Sie beide Hände auf Ihr Herz legen und folgende Worte sprechen:

Ich liebe mich
Ich (ver-)traue mir Ich achte mich
Ich vergebe mir

Ich bin glücklich
Ich bin in Frieden
Ich bin stark
Ich komme heraus aus Angst, Schmerz und Kummer
Ich segne mich durch dich, guter Gott, der du mir das Leben geschenkt, mich bis hierher bewahrt hast und der du mich weiter begleitest 
– heute und bis in Ewigkeit. Amen.

 

Praktische Umsetzung

Sie haben Appetit bekommen? Corona sorgt dafür, dass wieder vermehrt zu Hause gekocht wird. Deswegen also nun unser Lieblings-Eintopf zum Nachkochen und ausprobieren:

Monis Schnippelbohnensuppe

500 g Rinderhack
3 EL Öl
1 Zwiebel
8 mittelgroße Kartoffeln
1 große Dose grüne Bohnen 250 Gramm Tomaten

0,75 Liter Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer, Paprika edelsüß
Chili und Parmesan nach Geschmack

Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden und im heißen Öl anbraten. Das Hackfleisch hinzufügen und braun anbraten. Mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen. Die zuvor in Würfel geschnittenen Kartoffeln hinzufügen und kurz mitbraten. Die Dose Bohnen MIT der darin enthaltenen Flüssigkeit hinzufügen.

Derweil 0,75 Liter Wasser im Wasserkocher erhitzen, damit die Brühe anrühren und die Zutaten im Topf aufgießen (es kann auch ein halber Liter reichen. Nach Gefühl). Ca. 10-12 Minuten kochen. Je nachdem wie schnell die Kartoffeln weich sind.
Ca. 3 Minuten vor Garende die in Würfel geschnittenen Tomaten auf die Suppe legen. 3 Minuten mitkochen und dann alles umrühren und abschmecken.

Dazu schmeckt Baguette oder Ciabatta-Brot. Wer möchte, kann mit Chili nachwürzen oder Parmesan auf die heiße Suppe streuen.
Guten Appetit.

Losung

Losung und Lehrtext für Samstag, 28. März 2020:







Jesus Christus spricht: Wachet!

Mk 13,37 (L)