Wie kommt eigentlich ein Artikel über die Besuchsdienstarbeit in den Jahresbericht der EKHN?

Von Astrid Hamm

Mittwoch, 3. März, mein Dienst-Telefon klingelt.

„Hier ist Britta Jagusch. Ich bin Chefredakteurin vom Medienhaus der EKHN.

Ich arbeite mit Stefan Krebs zusammen, dem Leiter der EKHN-Öffentlichkeitsarbeit, und wir möchten in unserem nächsten Jahresbericht über die Besuchsdienstarbeit unserer Landeskirche in Zeiten von Corona  berichten.“

Als Dekanatsbeauftragte für Besuchsdienstarbeit in unserem Dekanat frage ich erstaunt zurück: Und wie kommen Sie dabei gerade auf mich? 

BJ: Wir haben Ihren Namen von der Propstei erhalten.“

Ah, daher weht der Wind, denke ich mir – da steckt also der Propst dahinter, mit dem ich - bevor er Propst geworden ist - mehrere Dekanats-Besuchsdiensttage zusammen organisiert und durchgeführt habe,. 

„Ok, was kann ich dazu beitragen?“ frage ich die Chef-Redakteurin.

BJ: „Gibt es in den Besuchsdienstkreisen Ihres Dekanats eine ehrenamtliche Person, die offen, kontaktfreudig und bereit ist, sich für ein  Interview mit uns zur Verfügung zu stellen? Wir würden gerne sowohl jemanden von ‚der Basis‘ befragen als auch Sie, die auf der ‚Meta-Ebene‘ aktiv ist“. 

Dann folgt eine ganze Reihe von Fragen, die ich stichwortartig mitschreibe:

Warum machen Sie diese Arbeit? Was motiviert Sie? Wie gehen Sie während der Pandemie mit Ihren Besuchen um… 

Ein Zeitpunkt für meine Rückmeldung wird festgelegt.

Ich rufe sofort bei Brigitte Krekel an, die mir nicht erst seit meiner Anstellung in der Idsteiner Kirchengemeinde sondern schon seit vielen Jahren durch die Besuchsdienstarbeit im Dekanat bekannt ist.

Auch  bei anderen Ehrenamtlichen im Dekanat und bei Pfr. Hans Hamrich, der jedes Jahr mit seinem gesamten Besuchsdienstkreis zu unseren Fortbildungstagen kommt, klingele ich an.

Am 10. März kann ich der Chefredakteurin 2 Personen nennen, die sich für ein Interview bereit erklärt haben. Ich stimme nochmals die Fragen mit Frau Jagusch ab und schicke diese gebündelt den beiden Damen in Idstein und Hünstetten-Bechtheim zur Vorbereitung zu.

Außerdem bekomme ich Namen, Telefonnummer und Email-Adresse der Reporterin genannt, mit der ich uns 3 nun vernetzen soll.

Jetzt geht es an die Koordination der Interview- später auch der Foto-Shooting-Termine – inklusive meines eigenen – es wird ein Freitag im April mitten in den Osterferien vereinbart. 

Auch ich mache mir schriftlich Gedanken über mein Wirken und Tun – keine schlechte Sache, denn das sollten wir alle eigentlich immer wieder einmal tun.

Dann wird’s ernst:

Wegen Corona haben wir uns zum Interview per Zoom-Meeting verabredet. 

Pünktlich um 14 Uhr am 9. April ruft Frau Selchow, die Reporterin auf meinem Handy an.

Ich sitze im Auto (denn Regen und störende Nebengeräusche sollen ja vermieden werden), weil ich gerade mit Freunden einen Ausflug zum ältesten Felsenkloster nördlich der Alpen mache.

Wie schön, dass man im digitalen Zeitalter das  Angenehme mit dem Nützlichen so gut miteinander verbinden kann, denn:

über das kleine Display sieht die Reporterin zwar meine schicke Bluse, die ich kurz vor dem Interview angezogen habe; 

was sie aber nicht sieht, ist meine abgewetzte Wanderhose und … die zusammengekauerten Mitwanderer auf dem Beifahrer- und Rücksitz,  die natürlich bei diesem Interview nicht in Erscheinung treten dürfen, sich wegen des Regens aber auch nicht draußen aufhalten mochten. 

 

… dann kam der Anruf von Religionspädagogin  Astrid Hamm:

Kannst Du Dir vorstellen, an einem Interview über das Thema Besuchsdienst für den Jahresbericht der EKHN teilzunehmen?

Nachdem ich zugesagt habe, meldet sich Stephanie von Selchow, Reporterin der EKHN, bei mir, um einen Termin zu vereinbaren. Auf Grund von Covid 19 können wir uns nur per Zoom verabreden. Es wird mein erstes Interview per Zoom.

Ich berichte über den Besuchsdienstkreis, der  im Oktober 2019 sein 40 jähriges Bestehen feierte.

Wir sind 20 Damen und ein Herr und besuchen alle Geburtstagskinder ab dem 80. Lebensjahr, Neuzugezogene, und Tauftagsbriefe verteilen wir vom 1. Bis 4. Tauftag.

Die beiden Pfarrer übernehmen die runden Geburtstage und  die Hochzeitsjubiläen.

Dann kam Corona, was jetzt?

Mit Winken und Mundschutz, Gesprächen vor der Haustür oder im Treppenhaus (mit Abstand), verteilen wir unsere Geburtstagsglückwünsche. Mit Telefonieren, per email und whats app halten wir Kontakt.

Da gemeinsame Treffen des Besuchsdienstkreises nicht mehr möglich sind, verteile ich die Geburtstage hauptsächlich per Telefon.  Es werden 21 Päckchen gepackt mit Glückwunschheften, Grußkarten,  ausgedruckten  Predigten der Pfrin. Dr. Daniela Opel-Koch und des Pfrs. Tim Fink, Bibelsprüchen etc. Die Päckchen fahre ich dann zu den Mitarbeitern nach Hause und werfe sie in den Briefkasten oder klingele und winke.

Im Mai findet dann ein Fototermin mit den Fotografinnen Eva Giovannini und Franziska Haafstatt.  

Bei strahlendem Sonnenschein ist es ein wundervolles Fotoshooting mit Dr. Schmidt, einem 92 jährigen Senior unserer Kirchengemeinde geworden. 

So sind aus vielen Besuchen Freundschaften entstanden. 

Ein herzliches Dankeschön gilt dem Besuchsdienstkreis für die vielen Besuche, Telefonate, das Kontakt halten, nicht nur in Zeiten von Corona. Schön, dass es Euch gibt!

Brigitte Krekel

Leiterin Besuchsdienstkreis